Outsourcing und die Wirtschaftskrise: Sourcing in der Krise
Nun ist die Welt tief genug in der Rezession versunken, so dass man einige klare Schlüsse bezüglich der Frage ziehen kann, wie der globale Outsourcing-Markt davon betroffen ist. Wie sieht die Situation aus?

Das Outsourcing war vielleicht nicht das die Rezession eindämmende Wundermittel, wie viele Industrieexperten vorhergesagt hatten, aber viele Outsourcing-Kunden scheinen besser aus der Rezession herauszukommen als sie vielleicht erwartet haben.

Obwohl das Geschäftsvolumen seit 2008 bisher im Jahr 2009 etwas abgenommen hat, sollte dies nach einem Höchststand zu Beginn des Jahres 2008 somit lediglich als eine Rückkehr zu einem normalen Grad der Geschäftstätigkeiten angesehen werden.

Die Geschichte der vergangenen 12 Monate ist nämlich jene eines stetigen, aber nicht mehr spektakulären Wachstums. Die International Association of Outsourcing Professionals (IAOP), ein führender Industrieverband, hat eine Umfrage unter ihren Mitgliedern durchgeführt und Folgendes ermittelt:

  • 75% der Unternehmen beabsichtigen, ihre Outsourcing-Pläne beizubehalten oder das Outsourcing als Antwort auf die Rezession zu intensivieren,
  • 19% der Unternehmen haben die Preise und Bedingungen ihrer bestehenden Outsourcing-Verträge neu ausgehandelt, und
  • 25% der Unternehmen berichten über geringere Volumen bei den bestehenden Verträgen.

Der Schwerpunkt der Outsourcing-Tätigkeit scheint derzeit auf Qualität, Flexibilität und Einsparung zu liegen. Interessanterweise haben in der oben genannten Umfrage der IAOP mehr Unternehmen angegeben, ihr Hauptziel beim Outsourcing sei eher das Erreichen einer grösseren Vertragsflexibilität und weniger das Erzielen hoher Einsparungen.

Insgesamt scheint das Outsourcing derzeit den Schwerpunkt auf kleinere Geschäfte zu legen, und insbesondere konzentrieren sich die Unternehmen auf die Reorganisation ihrer bestehenden Beziehungen, auf Umstrukturierung, Neuausrichtung oder Entwicklungen.

Der Grund besteht unserer Ansicht darin, dass sich die Unternehmen mehr auf taktische Initiativen zum Erreichen spezifischer Ziele denn auf grössere Projekte konzentrieren. Dies scheint auch zu einem bestimmten Typ von Geschäften zu führen, und die Geschäftsstrukturen ändern sich wie folgt:

  • Die auf Einsparungen abzielenden Geschäfte unterscheiden sich von denjenigen aus Zeiten einer besseren Wirtschaftslage dahin gehend, dass die Unternehmen den Schwerpunkt auf den Beschäftigtenabbau verlagern.
  • Die Vertragslaufzeiten werden kürzer und ermöglichen den Vertragspartnern häufigere Umgestaltungen, um veränderten Marktgegebenheiten Rechnung zu tragen.
  • Der bereits gut etablierte Trend hin zum Multi-Sourcing wird stärker.
  • Es besteht Offenheit für alternative Modelle von Dienstleistungen wie dem „Cloud Computing“.

Quelle: Morrison & Foerster